Suche nach Wasserzeichen
Digitale Wasserzeichen betten Informationen in Werke wie Musikstücke, Hörbücher, Filme und Fotos ein. Diese Informationen bilden die Basis für einen endkundenfreundlichen Urheberschutz:
Wird beispielsweise ein Musikstück in einem Online-Shop verkauft, so erhält es durch ein im Shop integriertes Wasserzeichenverfahren eine individuelle Markierung. Mit dieser kann später auf den Käufer zurückgeschlossen werden. Der Käufer erhält eine mp3-Datei, die er wie eine ungeschützte Datei verwenden kann. Sie kann auf jedem mp3-Player oder Computer abgespielt, beliebig kopiert oder umgewandelt werden.
Solange der Käufer dies nur im privaten Umfeld betreibt, hat das Wasserzeichen keinerlei Auswirkungen. Es kommt erst zum Einsatz, wenn er eine Kopie unerlaubt vervielfältigt und diese im Internet auftaucht. Denn nun kann die Kopie des Musikstücks von allen Nutzern des Internets heruntergeladen werden, und damit auch von den virtuellen Nutzern, die unser MediaSearch Framework simuliert. Das Musikstück wird automatisch heruntergeladen, gegebenenfalls umgewandelt und dann nach einem Wasserzeichen durchsucht. Wird ein solches gefunden, so kann anhand der individuellen Markierung auf den ursprünglichen Käufer zurückgeschlossen werden. Dieser wird also als Quelle der unerlaubten Verbreitung identifiziert. Jetzt können verschiedene Schritte eingeleitet werden, die von der Sperrung des Kunden im Online-Shop bis zu rechtlichen Schritten reichen können.
Markieren, Suchen, Identifizieren
Das Schaubild rechts zeigt den prinzipiellen Ablauf beim Urheberschutz durch Wasserzeichen + Suche.
Vertrieb
Rechteinhaber vertreiben ihre Werke über eine Vertriebsplattform, etwa einen Online-Shop. Wenn Kunden dort ein Nutzungsrecht an einem Werk erwerben, wird in dieses Werk eine individuelle Kennung (z.B. eine Rechnungsnummer) eingebettet (das geht im Übrigen mit dem Fraunhofer Container-Wasserzeichen besonders schnell und effizient). Die Kennung ist untrennbar mit dem Werk verbunden. Kunden werden über diesen Umstand in Kenntnis gesetzt - nur so greift die abschreckende Wirkung des Wasserzeichens.
Vertrauen ist gut...
Kunden können nun ihre Dateien wie gewohnt nutzen. Sie unterscheiden sich für sie dabei nicht von ungeschützten Werken, liegen im gleichen Format vor, verhalten sich wie gewohnt und weisen auch keine wahrnehmbaren Veränderungen auf. Der absolute Großteil aller Kunden wird dankbar für die unkomplizierte Lösung sein und das Vertrauen der Rechteinhaber durch einen verantwortungsvollen Umgang mit den Werken belohnen.
...Kontrolle ist sicherer
Allerdings besteht immer die Gefahr, dass einige Kunden das Vertrauen enttäuschen. Sollten diese das Werk im Internet veröffentlichen, etwa indem sie es in eine Tauschbörse stellen oder zu YouTube hochladen, findet der CoSee Suchdienst dieses Werk. Dann wird die Kennung ausgelesen und den Rechteinhabern übermittelt. Diese können nun an Hand ihrer eigenen Kundendaten die Quelle der Urheberrechtsverletzung identifizieren. Es muss keine dritte Partei (wie etwa die Staatsanwaltschaft oder Internet Service Provider) involviert werden. Durch diese Nachvollziehbarkeit von Urheberrechtsverletzungen haben Kunden einen starken Anreiz, ehrlich mit ihnen überlassenen Werken umzugehen.
Statistik und Reporting
Natürlich fallen bei der Suche nach Werken im Internet neben den ausgelesenen Wasserzeichen weitere Informationen an. Das MediaSearch Framework kann mindestens so viel über eine im Internet verfügbare Datei erfahren wie die Nutzer, die illegal darauf zugreifen. Wo tauchte das Werk zum ersten Mal auf und wie oft wurde es ungefähr heruntergeladen? Zur Unterstützung bei weiteren Schritten oder einfach zum besseren Verständnis der Verbreitung der eigenen Werke im Internet bieten wir solche und andere Informationen in übersichtlichen Berichten an.
Endkundenfreundlicher Urheberschutz
Die Philosophie hinter der Kombination von individueller Markierung und automatischer Suche ist es, alle Beteiligten, die sich an die Regeln halten, zufrieden zu stellen und deren Aufwand minimal zu halten. Das Wasserzeichen schränkt ehrliche Endkunden in keiner Weise ein. Sie können sich Sicherungskopien erstellen und die ihnen überlassenen Werke auf allen Geräten abspielen - nur Missbrauch wird nachvollziehbar. Für die Rechteinhaber bzw. Vertriebsplattformen sinken die Kosten für Supportanfragen insbesondere gegenüber herkömmlichen restriktiven DRM-Systemen erheblich. Selbst rechtliche Schritte werden effizienter: Man geht nicht mehr gegen eine große Masse von Nutzern vor, die Werke herunterladen, sondern gezielt gegen die Personen, die eine illegale Verbreitung der Werke im Internet initiieren.

